Analyse und Interpretation von Bildern – Teil 2

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Professionelle Analyse und Interpretation:

Presented like a scene from a play, the king is featured surrounded by members of the Academy of Sciences, forming a gallery of portraits. The globe, sextants, scientific treatises and map of the Canal des Deux-Mers illustrate the centres of interest of the new academy. The background shows the building of the Observatory, still in the project stage in 1667.

 

Persönliche Analyse und Interpretation:

Das Gemälde des französischen Malers Henri Testelin stammt aus dem 17. Jahrhundert und zeigt wie der Ludwig XIVs Finanzminister. Jean-Baptiste Colbert ihm die Mitglieder der royalen naturwissenschaftlicher Akademie von Frankreich vorstellt.

Der Sonnenkönig wird von den Anwesenden umgeben und dadurch in den Fokus des Bildes gerückt. Auch durch seine extravagante und auffallend farbige Kleidung sowie durch den prachtvollen Hut steht er stark im Vordergrund. Die prunkvolle Ausstattung des 1667 erbauten Observatoriums von Versailles demonstriert den Reichtum des Königs. Der Künstler veranschaulicht die zentrale Position des Monarchen durch die in den Hintergrund gerückten anwesenden Personen, welche jedoch ebenfalls ein hohes Amt innehaben.

Darüber hinaus verbildlicht das Werk die Fortschrittlichkeit des Französischen Reichs, welches seinen Fokus auf Bildung, Wissenschaft und Kunst legt. Dies wird auch durch die präsentierten Gegenstände wie beispielsweise Skelette, Säulen, Globen, Landkarten und Bücher dargestellt.

Testelin verdeutlicht mit seinem Gemälde in erster Linie, dass Wissen Macht bedeutet bzw. Macht zu Wissen führt.

 

Quelle: Text

Analyse und Interpretation von Bildern – Teil 1

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Professionelle Analyse und Interpretation:

“Louis XIV decided to go to war against the Dutch in 1671: on one side Mars shows him the victories that await him and the triumph that this will bring him, but the king also listens to Minerva who shows him the miseries of war. Justice, holding a sword and a scales, is also depicted behind the king, showing him the same scene as Minerva, and thus justifying the adversities that must be overcome.”

– Ein Kommentar von Nicolas Milovanovic © RMN – EPV

 

Persönliche Analyse und Interpretation:

Auf dem Gemälde «  Résolution prise de faire la guerre aux Hollandais », welches den Maler Charles Le Brun vier Jahre lang beschäftigte, wird Ludwig XIV. in seiner gewaltigen Macht dargestellt, vor welcher sich selbst die Götter verblassen.

So sieht man auf der linken Seite des Werkes, welche von Gewitter, Dämonen, Tod und Verderben dominiert ist, den griechischen Gott Zeus, verängstigt und zusammengekauert wie ein kleines Kind, ängstlich auf den König Ludwig XIV. herabblicken. Der Monarch selbst thront erhaben, in königlichen Kampfgewändern gekleidet, in der Mitte des Geschehens. Sein blauer, mit goldenen Lilien bestickter Mantel, gibt Zeugnis von seinem königlichen Geschlecht.

Die Untertanen zu Ludwigs Rechten präsentieren ihm die Besiegten Götter, die auf dem Schreckensszenario dargestellt sind. Zu seiner Linken wird ihm der in goldenem Licht erstrahlende Thron der Götter, von Engeln dargeboten. Zu seinen Füßen liegen die Waffen und Schilder der besiegten Holländer.

 

 

Schaffung eines politischen Konzeptes

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… die fünf Inzenierungsbereiche von Ludwig XIV.

 

I. Demonstration unvergänglicher Macht durch Selbstbildnisse, Gemälde und Portraits

The monarchy is timeless. The arts contribute to celebrating the memory of its power.

 

II. Verdeutlichung seiner Macht durch symbolische Botschaften, Gleichnisse und Sinnbilder

A myth that the King attributed to himself takes on all its meaning at Versailles: the sun.

 

III. Rechtfertigung seiner Macht durch Darstellung als Stellvertreter Gottes

Absolute monarchy was religious. In France, it sought to instil a feeling of admiration and fervour toward the royalty that approached a religious emotion.

 

IV. Einflussnahme auf historische Ereignisse: Held des Krieges – Bringer des Friedens

Nec pluribus impar – Auch einer Mehrzahl überlegen

– Wahlspruch des Französischen Königreichs unter Ludwig XIV.

 

V. Erhaben über Wissenschaft, Bildung und Kunst

Quelle: Text und Zitate

Versailles – Die Kulisse des Sonnenkönigs

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Während Versailles unter Ludwig XIII als kleines Jagdschloss außerhalb von Paris noch wenig Beachtung fand, wurde es unter Ludwig XIV zu einem der grandiosesten Bauwerke der französischen Geschichte.

Mitte des 17. Jahrhunderts begannen die ersten Vergrößerungen des ursprünglichen Schlosses wie beispielsweise kleinere Zubauten sowie die Ausweitung der Gärten. Dabei stießen die Architekten und Gärtner auf unpassendes Gelände und mussten, auch wegen der starken Ungeduld Ludwigs, ausgewachsene Bäume aus ganz Frankreich ausgraben, umständlich transportieren und in Versailles wieder einsetzen.

Ferner verbrachte der Sonnenkönig immer mehr Zeit in Versailles und entwickelte dabei die Idee, den entstehenden Palast zum Regierungs- und Machtzentrum des französischen Reichs auszubauen. Daraufhin erfolgten enorme Erweiterungen des Gebäudes, da Platz für Minister, Adelige und Regierungsbeauftragte benötigt wurde.

Eine der ersten großen Umbauten war die sogenannte „Umarmung“: Ein stilvoller Gebäudekomplex aus drei Bauten, der das ursprüngliche Schloss auf drei Seiten umrahmte und vorerst ausreichend Platz für das Gefolge Ludwigs schaffte. Auf diese Weise schuf sich der König die Möglichkeit, besser über seine Gefolgschaft zu herrschen, mehr Kontrolle über sie auszuüben und dadurch mögliche Rebellionen des Adels zu vereiteln.

Darüber hinaus war das ständig wachsende Versailles auch ein Ort zur Abhaltung zahlreicher prunkvoller Festlichkeiten zu Ehren des Königs. Die extravaganten Feierlichkeiten, welche zudem von politischer Bedeutung waren, dienten unter anderem auch zur Machtdemonstration Ludwigs sowie zur Steigerung seiner Popularität.

Infolge weiterer Vergrößerungen des Herrschaftssitz Ludwigs wurde die berühmte Spiegelgalerie als Krönung des langwierigen Projektes konstruiert. Bestehend aus 357 Spiegelflächen, stellt der Saal ein architektonisches Meisterwerk seiner Zeit dar.

Das Gelände rund um Versailles umfasste sowohl majestätische Brunnenanlagen als auch prächtigen Figuren, welche in erster Linie als Selbstdarstellungsobjekte des Sonnenkönigs dienten. Außerdem zierten unzählige Selbstbildnisse des Monarchen die Wände des Palastes.

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Versailles – die Tribüne des unnahbaren Sonnenkönigs – fungierte wahrlich als Prestigeobjekt, welches den Ruhm, den Status und die Macht von Ludwig XIV. zur Schau stellte.

 

Quellen: Video; Text

Rede Ludwigs XIV.

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‚Ich Ludwig XIV, habe im Jahr 1661 die Regierungsgeschäfte übernommen. Eine meiner ersten Handlungen bestand darin die alleinige Herrschaft dieses Staates zu besitzen. Ich werde nun Alleinherrscher dieses Landes. Nur ich Ludwig der 14. habe die Macht über jeden und alles zu regieren. Jegliche Verwaltung meines Staates habe ich zu bestimmen egal ob Finanzen, Politik, Mode oder Angelegenheiten des Krieges. Meine Meinung und meine Befehle gelten für jeden einzelnen für euch, wer sich meiner Worte trotz wird dafür bezahlen. Egal was ihr sagen möget, der Staat bin ich!‘

Quelle

Definition Absolutismus

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Der Begriff Absolutismus bezeichnet eine Regierungsform, in der der Herrscher die absolute und uneingeschränkte Macht über das Volk besitzt. Bisher waren die Adeligen politisch selbstständig und somit für den Herrscher eine wichtige Grundlage für dessen Macht sowie zur Ausübung seiner Herrschaft. Während sie zuvor für die Eintreibung der Steuern verantwortlich waren, nahm ihnen der Monarch dieses als ihr wichtigstes Druckmittel. Weiters bestimmte der einzelne Herrscher selbst über die Gesetze und musste sich vor niemand anderem als Gott diesbezüglich rechtfertigen. Die Staatsform des Absolutismus, welche in Europa und vor allem in Frankreich vorherrschte, entwickelte sich 1648 mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges und wurde 1789 von der Französischen Revolution beendet.

vgl. Quelle 1; Quelle 2; Rohr Christian, Gutschner Peter. Geschichte aktuell 1. Seite 92