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Während Versailles unter Ludwig XIII als kleines Jagdschloss außerhalb von Paris noch wenig Beachtung fand, wurde es unter Ludwig XIV zu einem der grandiosesten Bauwerke der französischen Geschichte.

Mitte des 17. Jahrhunderts begannen die ersten Vergrößerungen des ursprünglichen Schlosses wie beispielsweise kleinere Zubauten sowie die Ausweitung der Gärten. Dabei stießen die Architekten und Gärtner auf unpassendes Gelände und mussten, auch wegen der starken Ungeduld Ludwigs, ausgewachsene Bäume aus ganz Frankreich ausgraben, umständlich transportieren und in Versailles wieder einsetzen.

Ferner verbrachte der Sonnenkönig immer mehr Zeit in Versailles und entwickelte dabei die Idee, den entstehenden Palast zum Regierungs- und Machtzentrum des französischen Reichs auszubauen. Daraufhin erfolgten enorme Erweiterungen des Gebäudes, da Platz für Minister, Adelige und Regierungsbeauftragte benötigt wurde.

Eine der ersten großen Umbauten war die sogenannte „Umarmung“: Ein stilvoller Gebäudekomplex aus drei Bauten, der das ursprüngliche Schloss auf drei Seiten umrahmte und vorerst ausreichend Platz für das Gefolge Ludwigs schaffte. Auf diese Weise schuf sich der König die Möglichkeit, besser über seine Gefolgschaft zu herrschen, mehr Kontrolle über sie auszuüben und dadurch mögliche Rebellionen des Adels zu vereiteln.

Darüber hinaus war das ständig wachsende Versailles auch ein Ort zur Abhaltung zahlreicher prunkvoller Festlichkeiten zu Ehren des Königs. Die extravaganten Feierlichkeiten, welche zudem von politischer Bedeutung waren, dienten unter anderem auch zur Machtdemonstration Ludwigs sowie zur Steigerung seiner Popularität.

Infolge weiterer Vergrößerungen des Herrschaftssitz Ludwigs wurde die berühmte Spiegelgalerie als Krönung des langwierigen Projektes konstruiert. Bestehend aus 357 Spiegelflächen, stellt der Saal ein architektonisches Meisterwerk seiner Zeit dar.

Das Gelände rund um Versailles umfasste sowohl majestätische Brunnenanlagen als auch prächtigen Figuren, welche in erster Linie als Selbstdarstellungsobjekte des Sonnenkönigs dienten. Außerdem zierten unzählige Selbstbildnisse des Monarchen die Wände des Palastes.

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Versailles – die Tribüne des unnahbaren Sonnenkönigs – fungierte wahrlich als Prestigeobjekt, welches den Ruhm, den Status und die Macht von Ludwig XIV. zur Schau stellte.

 

Quellen: Video; Text

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